Ich heiße Nils Humboldt, bin Lehrer, Familienvater, Sozialdemokrat — und ich kandidiere als Landrat für die Wesermarsch. Wer wissen will, warum, sollte wissen, wo ich herkomme. Hier ist die Kurzfassung in vier Stationen.
Am 8. Dezember 1985 in Heiligenstadt geboren — zufällig auch der Tag, an dem zum ersten Mal die Lindenstraße im Westfernsehen lief. Vier Jahre später fiel die Mauer. Meine Eltern und ich blieben in Thüringen, ich besuchte Kindergarten, Grundschule und das Johann-Georg-Lingemann-Gymnasium, wo ich 2004 mein Abitur machte.
Schon damals entdeckte ich, dass Musik mehr ist als Hobby. Ich sang im Schulchor als Solist und half bei den schuleigenen Musicals mit. Nach dem Abi machte ich zehn Monate Zivildienst in einer Pflegeeinrichtung für Menschen mit Behinderung — die erste Erfahrung, die mich politisch geprägt hat.
Wer in der Pflege gearbeitet hat, weiß: Würde ist kein Wort. Sie ist Arbeit.An der Georg-August-Universität studierte ich Politikwissenschaften, Soziologie und Sozialpolitik auf Magister. 2006 lernte ich an der Uni meine heutige Frau Anne kennen. Wir sind seitdem ein Team — privat wie politisch.
Neben dem Studium war ich überall mit dabei, wo etwas bewegt wurde: Juso-Hochschulgruppe, AStA, Fachschaft Sozialwissenschaften, Präsident der Fachschaftsräteversammlung. 2009 organisierte ich den bundesweiten Bildungsstreik in Göttingen mit. Mehr als 10.000 Menschen waren auf der Straße — und wir hatten Erfolg.
Bewegung ist möglich — auch wenn alle sagen, es ginge nicht.Mit Anne entschied ich, neu anzufangen. Wir zogen 2011 nach Leipzig, wo ich auf Lehramt umstieg — Politik und Geschichte. Aber ein Studium musste finanziert werden. Ich arbeitete in einer Tankstelle, in der Gastro, als studentische Hilfskraft. Und dann in einem Call-Center.
Dort waren Lohn, Arbeitszeiten und Urlaub miserabel geregelt. Ich engagierte mich ehrenamtlich bei Students@work, der DGB-Beratung, und versuchte gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen, einen Betriebsrat zu gründen. Am Ende wurde ich entlassen — und holte mir mit Ver.di vor dem Arbeitsgericht mein Recht.
2013 kam meine erste Tochter zur Welt, ich heiratete Anne, und 2015 schloss ich als Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung mein Master-of-Education-Studium ab.
Was Arbeitnehmerschutz wirklich heißt, lernt man nicht im Lehrbuch.2015 fand Anne eine Anstellung in Nordenham — und wir packten unser Leben in den Norden. Seit 2016 unterrichte ich an der Oberschule am Luisenhof: Politik, Geschichte, Erdkunde, Wirtschaft.
Aus Leipzig brachte ich die Idee mit, die Stolpersteine jährlich gemeinsam zu reinigen, mit Mahnwache. 2016 wurde ich erstmals in den Stadtrat gewählt. 2018 gründeten wir nach rechtsextremen Schmierereien das Bündnis „Nordenham bleibt bunt“ — 1.000 Menschen kamen zur ersten Demo.
Silvester 2018 kam unsere zweite Tochter Finja zur Welt. Sie war eines der letzten Kinder, die in der Geburtsstation des Nordenhamer Krankenhauses geboren wurden. Nach deren Schließung wurde Gesundheitspolitik für mich ein persönlicher Auftrag.
2021 direkt wiedergewählt, Fraktionsvorsitz. Seit 2023 führe ich gemeinsam mit Regina Neuke die SPD Wesermarsch. Und nun: die Kandidatur als Landrat. Aus Liebe zur Region, die uns längst Heimat geworden ist.
Probleme verschwinden nicht durchs Verwalten. Sie verschwinden durchs Kümmern.Veränderung ist möglich, auch wenn alle sagen, es ginge nicht. Wer den Status quo verwaltet, baut keine Zukunft.
Wer sich nicht für andere einsetzt, gewinnt nichts. Auch nicht für sich selbst. Solidarität ist kein Wort — sie ist Arbeit.
Du gewinnst keine Klasse durch Lautstärke. Du gewinnst sie durch Zuhören. Genauso will ich diesen Landkreis führen.
Drei Schwerpunkte, ganz konkret — und was sie für deinen Alltag bedeuten.